Klaus J. Stöhlker, Doyen der Schweizer PR-Berater und selber vor einigen Jahrzehnten aus Deutschland eingewandert, bespricht in seinem Blog vom 27.1.2010 das Buch von Bruno Reihl:
«Weil der Zustrom in die Schweiz verdaut werden will und diese mehrheitlich gebildeten wie selbstbewussten Deutschen nicht wie Elefanten durch die Schweizer Porzellanläden trampeln sollen, mehrt sich die Zahl von Büchern, die den Deutschen in Kurzform die Schweiz erklären. Dies ist durchaus amüsant nicht nur für die “Chaibe Schwobe”, sondern auch für Schweizer, denen ein Spiegel vorgehalten wird, der durchaus nützlich sein kann.
“Der feine Unterschied”, im Midas Management Verlag, Zürich/St. Gallen, publiziert, stellt eine sehr konkrete Schweiz vor, die geografisch, historisch und sozial ausgezeichnet verankert wird. Wer mit dieser Vorlage das Land bereist, wird mehr sehen und vieles besser verstehen. Die Versuche, Deutschen bei solcher Gelegenheit auch die sprachlichen Eigenheiten zu vermitteln, halte ich für mutig, schon aus einer fast vierzigjährigen Erfahrung heraus. Immerhin ist es amüsant.
Das “Handbuch für Deutsche in der Schweiz” ist von einem Deutschen verfasst, Bruno Reihl, dessen wissenschaftliche Ausbildung an der ETH Zürich der Klarheit von Aufbau und Sprache des Buches sehr zugute kommt. Reihl ist, wie viele Deutsche in der Schweiz, dem Land durch seine berufliche Tätigkeit tief verbunden und ein Beispiel dafür, wie heute herkömmliche Landesgrenzen unwichtiger werden. Wenn er empfiehlt, sich nicht als Fan deutscher Fussballmannschaften zu “outen”, kann dem entgegen gehalten werden, dass Schweizer Unternehmer nicht nur Borussia Dortmund sponsern, sondern viele Schweizer mehr deutschen als Schweizer Fussball sehen. Unpassend ist es nur, sich als Deutscher zu deutschem Fussball zu bekennen. “Lernen Sie von den Schweizern, nach vorn zu schauen”, ist eine ETH- und IBM-typische Empfehlung. Der Autor liess dabei jene 30% der Bevölkerung ausser acht, die als SVP-nahe gelten darf. Dies nicht zu erwähnen, ist ein Akt deutscher Höflichkeit.
Dieses amüsante Buch ist höchst aktuell mit der Empfehlung “Ziehen Sie nicht nur zum Steuern sparen in die Schweiz.” Es stimmt, das kleine Land ist zu schön und zu vielfätig, um aus rein finanztechnischer Sicht bewertet zu werden, auch dann, wenn der Verlag Midas heisst, was einen sehr schweizerischen Anspruch verkörpert.»
© für diesen Text: Klaus J. Stöhlker (Quelle: http://www.stoehlker.ch/weblog/)

Danke für diesen Beitrag, das hat mich selbst zu einem Beitrag auf meinem Gehörlosblog inspiriert.
Herzliche Grüße
Judith Göller